Ist die Inflation nicht schon längst da?

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Ist die Inflation nicht schon längst da?

Liebe Leserinnen und Leser,

die Angst vor der Inflation, sie ist „wieder“ da. Angesichts der Gelddruckprogramme der Notenbanken und der Corona-Pakete der Staaten weltweit, ist das auch kein Wunder. Es gibt gute Gründe, sich vor Inflation zu fürchten. Und doch streiten sich die Ökonomen über die Auswirkungen dieser Maßnahmen. Wie ist das also mit der Inflation, müssen wir nun Angst haben oder nicht? Wer also heute erst Angst vor der Inflation bekommt, ist ein bisschen spät dran. Ja, die gemeldeten Inflationsraten waren in den vergangenen Jahren meist unterhalb der Grenze von zwei Prozent. Aber die gern aufgestellte Behauptung, „Es gibt keine Inflation“, ist schlicht und einfach falsch. Die Entwertung unseres Geldes ist permanent und allumfassend. Sie treibt unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vor sich her. Sie steckt hinter dem Gefühl eines sich immer schneller drehenden Hamsterrades. Seit mittlerweile zehn Jahren verhindert sie in Zusammenarbeit mit extrem niedrigen Zinsen den Kapitalaufbau der Sparbuch-Sparer. Sie treibt die Ungleichheit an, weil Investoren belohnt werden, wenn Immobilien, Aktien, Edelmetalle und andere Vermögenswerte im Preis steigen. Zwei Prozent Geldentwertung pro Jahr: Die Inflation ist eine versteckte Steuer, die alle trifft – aber vor allem diejenigen, die sie nicht verstehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Inflation oberhalb des Inflationsziels stabil entwickelt und die Europäische Notenbank (EZB) dann in einem geordneten Zyklus den Leitzins anheben wird und kann, oder ob es zu einer gefährlichen Inflationseigendynamik kommt. 

Fünf wichtige Fakten zur Inflation

Die Inflation trifft alle. Aber was bedeutet Inflation für Sie und Ihren Geldbeutel? Und wie schützen Sie Ihr Geld vor der Entwertung?

Sie sagen 100 Euro sind 100 Euro, ist doch eine einfache Sache. Aber so einfach ist es nicht. 100 Euro sind jetzt 100 Euro. Nur: In naher Zukunft kann das schon ganz anders sein. Der Grund heißt Inflation. Oder anders erklärt: Die Kaufkraft des Geldes ändert sich. Bei Inflation werden Waren und Dienstleistungen teurer. 100 Euro sind zwar noch 100 Euro. Aber Sie können weniger dafür kaufen.

1. Die Inflationsrate ist aktuell sehr niedrig

Den Begriff Inflation kennt jeder – und verbindet damit steigende Preise. War die Butter vergangenes Jahr nicht günstiger? Und Benzin hat auch schon mal weniger gekostet, oder? Tatsächlich täuscht der Eindruck. Die Inflation in Europa ist momentan vergleichsweise niedrig. Sie lag von Oktober 2019 bis Oktober 2020 bei 0,3 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Jahren. Zum Vergleich: In den 1970/80er Jahren schwankte die Inflationsrate zwischen drei und sieben Prozent.

2. Ökonomen würden gerne eine höhere Inflation haben

Stabile Preise sind für Verbraucher etwas Angenehmes. Sie sorgen für Ruhe und Verlässlichkeit. Niemand muss sich beim Blick auf die Preise im Supermarkt-Regal besonders ärgern. Andererseits, und dies bereitet Wirtschaftsexperten Sorgen, können niedrige oder sinkende Preise dazu führen, dass Unternehmen Investitionen aufschieben und so das Wirtschaftswachstum bremsen. Die Europäische Zentralbank gibt deshalb als Ziel eine Inflationsrate von rund zwei Prozent aus. Langsam steigende Preise sollen Verbraucher und Unternehmer ermutigen, Anschaffungen zu tätigen und nicht aufzuschieben. Nach dem Motto: Lieber jetzt zugreifen, als später mehr bezahlen.

3. Die Inflation schlägt schleichend zu

Während Sie sich beim Einkaufen über die relativ stabilen Preise freuen, wird die Inflation zum Problem, sobald Sie sich Gedanken über Ihre Geldanlage machen. Vor allem bei einem langen zeitlichen Horizont: Zwei Prozent weniger Kaufkraft in einem Jahr macht vielleicht nicht viel aus. Über zehn Jahre oder mehr gerechnet, bedeutet diese aber sehr wohl eine deutliche Minderung. Nachstehend eine Modellrechnung, was mit 100 Euro passiert, wenn das EZB-Ziel von zwei Prozent Inflationsrate erreicht werden sollte:

Jahr

Kaufkraft Jahresbeginn

Inflationsrate

Kaufkraft Jahresende

2020

100,00 Euro

2,0 Prozent

98,00 Euro

2021

98,00 Euro

2,0 Prozent

96,04 Euro

2022

96,04 Euro

2,0 Prozent

94,12 Euro

2023

94,12 Euro

2,0 Prozent

92,24 Euro

2024

92,24 Euro

2,0 Prozent

90,39 Euro

2025

90,39 Euro

2,0 Prozent

88,58 Euro

2026

88,58 Euro

2,0 Prozent

86,81 Euro

2027

86,81 Euro

2,0 Prozent

85,08 Euro

2028

85,08 Euro

2,0 Prozent

83,37 Euro

2029

83,37 Euro

2,0 Prozent

81,71 Euro

2030

81,71 Euro

2,0 Prozent

80,07 Euro

 

Unser Rechenbeispiel zeigt: 100 Euro sind zwar immer noch 100 Euro. Real hat das Geld in elf Jahren aber knapp ein Fünftel an Kaufkraft verloren. Schleichend sorgt die Inflation dafür, dass aus 100 Euro circa 80 Euro werden, gemessen an dem Wert im Jahr 2020.

4. Vorsicht: Sparer tappen in die Realzinsfalle

Eine andere Schwierigkeit ergibt sich aus der sogenannten Realzinsfalle. Im Moment ist die Inflationsrate zwar niedrig. Die Zinsen der meisten Anlageprodukte sind aber noch niedriger, sprich (noch) bei NULL. Heißt: Wenn Sie im Moment auf sehr niedrig verzinste Tages- oder Festgeldkonten setzen, verlieren Sie Geld.

Beispiel: Sie bekommen auf 100 Euro Festgeld 0,1 Prozent Zinsen. Bei einer Inflationsrate von 0,3 Prozent liegt der Realzins bei Minus 0,2 Prozent. Obwohl Sie Ihr Geld fest angelegt hatten, ist das Geld real weniger geworden: Aus den 100 Euro wurden 99,80 Euro. Andererseits, hätten Sie das Geld in Ihrem Sparschwein gespart, wäre es jetzt 99,70 Euro wert.

5. Wie Sie Inflation und Niedrigzins entkommen

Gold – der Krisenschutz-Klassiker

Gold lässt sich, anders als Papiergeld, nicht unendlich vermehren. Deshalb genießt es einen guten Ruf als „Krisenwährung“. Gold ist auch unabhängig von Staaten oder Zentralbanken.

Des Weiteren ist Gold eines der ältesten Zahlungsmittel der Welt und deshalb auch kulturübergreifend. Schon die Römer zahlten mit Goldmünzen.

Allerdings hängt der Wert des Goldes immer stark vom Marktpreis ab. Eine Garantie für steigende Goldpreise bei steigender Inflation gibt es nicht. Gold ist Papiergeld und auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether & Co. gar nicht so unähnlich. Es ist letztendlich nur so viel Wert, wie der Glaube daran. Es essen oder etwas produzieren kann man damit nicht direkt, darin wohnen auch nicht.

Der Status von Gold als Inflationsschutz ist umstritten

In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Inflationsrate und Goldpreis verhalten sich gegeneinander nicht unbedingt so, wie es zu erwarten wäre. Oft hat sich gezeigt, dass die Inflation nicht die alleinige Ursache einer erhöhen Goldnachfrage ist. Vielmehr ist es die Angst vor einer Instabilität des Geldsystems. Die Angst lässt die Nachfrage nach Gold steigen. Und diese Instabilität kann durch hohe Inflation ausgelöst werden. Ein Nachteil des Goldes ist auch, dass es keine Zinsen oder Dividenden abwirft – aber die gibt es ja gegenwärtig eh nicht. In der Vergangenheit hat sich zusätzlich gezeigt, dass bei Gold der Einstiegszeitpunkt zwar extrem wichtig, aber schwer zu finden ist. Wer zum falschen Zeitpunkt einsteigt, muss oft sehr lange warten, bis er sein Investment überhaupt wieder zurück hat. Als Alternative zu Gold bieten sich auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin an.

Beachten Sie auch die Aufbewahrungskosten für Gold, vor allem bei größere Mengen. Gold muss sicher verwahrt und geschützt werden. Sowohl vor Einbrechern wie auch vor Beschädigungen. Tresor und Schutz kosten regelmäßig Geld. Durch die Inflation steigen auch die Kosten für diese Dienstleistungen.

Experten empfehlen als Notfallreserve für den Krisenfall fünf bis zehn Prozent des Portfolios in Gold oder andere Edelmetalle zu investieren. In dem jetzigen Umfeld sind sogar 20-25 Prozent einzuplanen. Anleger sollten ihr Goldinvestment aufgrund der Preisschwankungen immer als langfristiges Investment und Krisenwährung für den Fall der Fälle sehen.

Wie ist realer Vermögenserhalt möglich?

Wer die Kraftkraft seines Vermögens erhalten will, muss so investieren, dass seine Verzinsung – nach Steuern – höher ist als die Inflation. Das gelang einmal auch mit Anleihen, derzeit aber gelingt dies nur mit Sachwerten, also mit Immobilien, Beteiligungen an Unternehmen mit Aktien und mit einer leicht liquiden Form einer Sachwertanlage – G o l d. Die relative Stärke von Gold ist insbesondere im aktuellen Umfeld der Niedrig-Inflation sichtbar: Eigentlich müsste eine geringe Teuerungsrate den Goldpreis eher schwächen, doch die Realität sieht anders aus und Gold geht es gar nicht so schlecht.

Fazit zum Inflationsschutz mit Gold

Gold ist ein guter und altbewährter Krisenschutz. Besonders die Sorge um die Stabilität des (Papier-)Geldsystems lässt die Nachfrage und damit den Preis von Gold steigen. Problematisch sind zwar die teils hohen Schwankungen des Marktpreises, die fehlenden Dividenden und die Aufbewahrungskosten. Doch was macht gerade Gold so begehrenswert? Ein inflationärer Anstieg des Goldpreises ist unvermeidlich. Gold hat sicherlich im Lauf der letzten 50 Jahre einige Kurs-Achterbahnfahrten erleben dürfen, ist aber immer wieder stabil und gestärkt auf ein gutes Niveau zurückgekommen. In Zeiten wie heute, wo Wirtschafts- Finanz- oder Pandemie- Krisen die Weltwirtschaft sehr stark belasten, ist ein fest verankertes Standbein in dem Edelmetall Gold sicherlich nicht verkehrt. Dass weitere Wirtschafts- und Finanzkrisen kommen werden wird sich in diesem Umfeld sicherlich nicht vermeiden lassen. Gold konnte und kann jedoch solche Krisen überstehen und sich immer wieder als konstant steigendes Investitionsgut beweisen.

 

Viel Erfolg bei Ihren Aktivitäten und bleiben Sie gesund.

 

Ihr Goldinvest.at Team

 

 

 

 

Eintrag vom 13.04.2021

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